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Gesund durchs Semester: 3 Gewohnheiten für Studierende

Laura Trinkler
7. Sept.
3 Min. Lesezeit

Der September ist da und damit steht nicht nur der Herbst, sondern auch bald schon das neue Uni-Semester vor der Tür! Damit kommt viel Neues auf dich zu.


Neuer Stundenplan. Neue Module. Vielleicht neue Leute. Du kaufst dir einen neuen Kalender, nimmst dir vor, dieses Semester wirklich von Anfang an dranzubleiben – und hast nach den Semesterferien tatsächlich wieder ziemlich viel Energie.


Und genau das ist das Schöne am Semesterstart!


Gleichzeitig kenne ich diesen Gedanken nur zu gut: Wenn ich jetzt schon so viel Energie habe, kann ich sie ja auch nutzen. Also noch ein Engagement nebenbei. Nach der Vorlesung mit den anderen etwas trinken gehen. Am Abend noch schnell die Zusammenfassung fertig machen. Und Sport möchte man dieses Semester natürlich auch regelmässig machen.

Alles für sich genommen tolle Dinge.


Das Problem ist nicht, dass du motiviert bist oder viel erreichen möchtest. Die Frage ist eher, ob dein Alltag auch dann noch funktioniert, wenn die erste Anfangseuphorie vorbei ist.


Denn dein Ziel muss nicht sein, möglichst produktiv ins Semester zu starten. Viel hilfreicher ist es, dir jetzt einen Alltag aufzubauen, der dich auch durch die Wochen trägt, in denen Abgaben anstehen, der Stoff schwieriger wird und du morgens nicht mehr ganz so begeistert in die 8-Uhr-Vorlesung hüpfst.


Bullet Journal mit dem Monat September in der Übersicht

Dafür brauchst du keine perfekte Morgenroutine und auch keine zehn neuen Gewohnheiten. Drei kleine Dinge können schon einen Unterschied machen.


1. Plane Pausen ein, bevor du sie brauchst


Vielleicht kennst du das: Du sitzt in der Bibliothek und merkst eigentlich schon länger, dass du denselben Absatz zum dritten Mal liest.


Aber jetzt aufzustehen fühlt sich irgendwie falsch an. Du bist schliesslich zum Lernen hier.

Also machst du weiter – bis irgendwann gar nichts mehr geht.


Wir behandeln Pausen häufig wie etwas, das wir uns verdienen müssen: Erst wenn genug erledigt ist, darf ich mich erholen. Dabei brauchen wir Erholung gerade dann, wenn wir langfristig konzentriert und leistungsfähig bleiben möchten.


Versuch deshalb, Pausen nicht von deinem aktuellen Erschöpfungszustand abhängig zu machen. Plane sie vorher ein.


Das kann ganz simpel aussehen: Nach einer Vorlesung nicht sofort die Mails öffnen, sondern zehn Minuten nach draussen gehen. Nach 60–90 Minuten Lernen bewusst aufstehen. Mittags tatsächlich Mittagspause machen, statt nebenbei am Laptop weiterzuarbeiten.


Warte nicht, bis deine Batterie bei 10 % ist, bevor du sie auflädst.


Gerade am Semesteranfang kannst du dir angewöhnen, Erholung als normalen Teil deines Tages zu behandeln – nicht als Notfallmassnahme.


2. Lass bewusst ein bisschen Luft in deiner Woche


Die ersten Semesterwochen sind gefährlich verführerisch.


Ein interessantes Wahlfach? Klar. Hochschulsport? Unbedingt. Dieses eine Projekt klingt auch spannend. Und am Donnerstag gehen sowieso alle noch etwas trinken.


Solange du viel Energie hast, kann sich eine volle Woche sogar richtig gut anfühlen.

Das Problem merkst du häufig erst später.


Plötzlich kommt eine Gruppenarbeit dazu. Du musst für eine Prüfung früher anfangen als gedacht. Du schläfst zwei Nächte schlecht. Oder du hast schlicht einen Tag, an dem du weniger Energie hast.


Wenn dein Alltag bereits zu 100 % verplant ist, wird jedes zusätzliche To-do zum Stressfaktor.


Deshalb: Plane nicht mit der besten Version von dir, sondern mit der realistischen.


Du musst nicht jeden freien Abend füllen und auch nicht jede Stunde zwischen zwei Vorlesungen «sinnvoll nutzen». Ein freier Nachmittag oder Abend ist keine verschwendete Zeit. Er ist ein Puffer.


Und dieser Puffer kann im November ziemlich wertvoll werden.


3. Frag dich einmal am Tag: Was brauche ich gerade?


Klingt banal. Ist im Unialltag aber erstaunlich leicht zu vergessen.


Gerade wenn du ambitioniert bist, richtet sich dein Blick schnell darauf, was als Nächstes getan werden muss.


Welche Folien muss ich noch anschauen? Was muss ich vorbereiten? Wem muss ich antworten?


Versuch, daneben eine zweite Frage zur Gewohnheit zu machen: Was brauche ICH gerade?


Vielleicht brauchst du Bewegung, nachdem du seit vier Stunden sitzt. Vielleicht Gesellschaft, nachdem du den ganzen Tag allein gelernt hast. Vielleicht Essen, obwohl du «nur noch schnell» dieses Kapitel fertig machen wolltest. Oder vielleicht einfach einen Abend auf dem Sofa, obwohl theoretisch noch etwas auf deiner To-do-Liste steht.


Du musst daraus kein grosses Selfcare-Ritual machen. Es geht vielmehr darum, dich selbst im Trubel des Semesters nicht komplett aus dem Blick zu verlieren.


Du musst deine Motivation nicht bremsen, um gesund durchs Semester zu kommen


Du darfst dich auf das neue Semester freuen. Du darfst ambitioniert sein, gute Noten wollen, neue Leute kennenlernen, Dinge ausprobieren und ziemlich viel vorhaben.


Gesund durchs Semester zu kommen bedeutet nicht, möglichst wenig zu machen.

Es bedeutet, mit deiner Energie so umzugehen, dass sie nicht schon nach den ersten Wochen aufgebraucht ist.


Wenn du also gerade voller Motivation in das neue Semester startest, musst du diese Energie nicht bremsen. Aber vielleicht kannst du einen kleinen Teil davon dafür verwenden, dir einen Alltag aufzubauen, in dem nicht nur deine Leistung Platz hat – sondern auch du.

Denn spätestens wenn die ersten Abgaben, Gruppenarbeiten und Prüfungen gleichzeitig auftauchen, wirst du ziemlich froh sein, wenn Erholung nicht noch etwas ist, das du zusätzlich lernen musst.

 
 
 

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